Niedersachsen Vernetzt
 

Das Kind als Sinnesorganismus

Sinnesfelder die gepflegt werden müssen!

Spielen ist im Leben eines Kindes so wichtig wie Liebe und Zuneigung. Im Spiel entwickeln Kinder ihre Persönlichkeit und setzen sich aktiv mit der Welt auseinander. Kinder spielen mit den verschiedensten Materialien, klettern, rennen, toben, springen. Besonders in der Natur entstehen kreative Spiele, bei denen sie ihre Ideen und Phantasien ausleben können und ihre Sinne entwickeln. All diese Spiele erfordern Geschicklichkeiten und Fertigkeiten und tragen zur Entwicklung von Selbstständigkeit und Selbstvertrauen bei. Zum Spielen brauchen Kinder Bewegungsmöglichkeiten und eine Umgebung, die reich ist an Sinneseindrücken, die hilft Fähigkeiten wie Sehen, Hören, Tasten, Bewegung, Gleichgewicht, Riechen und Schmecken auszubilden. Es ist wichtig, dass alle Sinne miteinander korrespondieren und nicht verkümmern. Sinnesorgane sind dazu angelegt, betätigt zu werden. Sinne, die nicht genutzt werden, schwinden – Sinne, die beansprucht werden, wachsen und entwickeln sich. Der Bedarf nach sinnvollem Erleben – sinnvollem Erfahren ist groß.

 

Sprachförderung

Mit der Sprache können wir Gedachtes ausdrücken, unsere Gefühle zum Ausdruck bringen, allen Dingen einen Namen geben und miteinander ins Gespräch kommen.

Kinder lernen Sprechen in einer sprechenden Umgebung, dazu braucht es gute sprachliche Vorbilder im Erwachsenen.

 

Durch Lieder, Geschichten, Verse, Fingerspiele, Puppenspiele, Reime und Reigen lernen die Kinder spielend die Sprache. Die Sprechweise der Erzieherinnen ist dabei liebevoll, klar, deutlich, bildhaft und der Altersstufe angemessen.

 

Bewegungserziehung / Eurythmie

Im Waldorfkindergarten wird besonders darauf geachtet, dass die Kinder sich vielseitig bewegen. Körperliche Beweglichkeit gibt körperliches Gleichgewicht und beeinflusst ganz entscheidend den Spracherwerb. Etwas Begreifen und darauf Zugehen prägt die Wahrnehmung, weitet den Erfahrungshorizont des Kindes und aktiviert den Sprachentwicklungsprozess. Reigen- oder Fingerspiele mit entsprechender Gestik tragen dazu bei. Körperwahrnehmung, Körpergefühl, Grob- und Feinmotorik werden beim Balancieren und Klettern im Außenbereich, im Aufbau von Bewegungsbaustellen im Innenbereich geübt.

 

Eurythmie

Die Eurythmie ist eine von R. Steiner eingeführte Bewegungskunst, die Sprache und Musik in künstlerische Bewegung umsetzt.

 

Einmal in der Woche haben die Kinder Eurythmie bei einer ausgebildeten Eurythmistin.

Für das kleine Kind werden die Bewegungsformen einfach nachvollziehbar gehalten und in kleine Geschichten eingekleidet. In dieser Form wird das Kind in seiner Ganzheit in angemessener Weise angesprochen. Somit wirkt die Eurythmie heilsam auf die gesamte Entwicklung und trägt zur Stärkung der Lebenskräfte bei.

 

Musikalische Erziehung

Die Kinder werden mit möglichst vielen Sinnen für die Musik sensibilisiert. Gemeinsames Singen vermittelt Klang und Rhythmus, zwei wesentliche Merkmale der Musik. Aber nicht nur im gesungenen Lied erfährt eine Kind Musik, sondern auch in gut artikulierter, gereimter und rhythmischer Sprache (Sprachmelodie). Noch tiefer erfahrbar wird das Tönen, wenn es mit Bewegung oder Berührung verbunden ist. In der für das Kind so wichtigen Zuwendung erlebt es durch die gereimte, rhythmisierte Sprache einen musikalischen Ablauf und wird so zum Mitsprechen angeregt, was unmittelbar der Sprachförderung dient. Gemeinsames Singen und Tanzen, Bewegungsspiele, Klatsch- und Fingerspiele, sowie das Experimentieren mit Klängen und Geräuschen sind Anregungen, die Kinder benötigen. Außerdem wird das richtige Hinhören geschult.

 

Ernährung

Die Kinder bekommen eine vollwertige Mahlzeit aus Demeterqualität, die gemeinsam täglich mit ihnen in der Freispielzeit zubereitet wird. Sie helfen mit, Gemüse oder Obst klein zuschneiden und z.B. Brötchen zu backen. Durch ihr Mittun über die praktischen Tätigkeiten des Tischdeckens, Tischaufräumens, Abwaschen und Abtrocknen erleben sie Sinnzusammenhänge.

 

Bei der Mahlzeit werden die verschiedenen Sinne, wie Geschmackssinn, Geruchssinn, Sehsinn und Tastsinn angesprochen und geschult. Die ruhige Atmosphäre beim Essen unterstützt die leibliche Entwicklung des kleinen Kindes.

 

Naturerfahrungen / Waldtage

Die positive Haltung des Kindes zur Natur und Umwelt hängt entscheidend davon ab, in wie weit es die Möglichkeit zur ungezwungenen Naturbegegnung hat. Durch eigene Erlebnisse sammelt das Kind Eindrücke über Pflanzen und Tiere. Das tägliche Freispiel in freier Natur bietet eine Bewegungswelt, die der Phantasie, der Kreativität und der Eigenaktivität des Kindes großen Spielraum lässt. Die Formenvielfalt der Natur bietet vielfältige Sinneserfahrungen, die Motorik wird geschult, es nimmt Jahreszeiten wahr, macht elementare Erfahrungen. Waldtage, die an drei auf einander folgenden Tagen zu verschiedenen Jahreszeiten stattfinden, unterstützen positiv die Naturerfahrungen.